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Schloss Trauttmansdorff bei Meran: Geschichte und Touriseum

Schloss Trauttmansdorff oberhalb von Meran verbindet mittelalterliche Bausubstanz mit der Geschichte seiner adeligen Bewohner und dem Aufenthalt Kaiserin Elisabeths. Heute liegen im Schloss das Touriseum und historische Räume; die Botanischen Gärten bilden eine eigenständige Attraktion der Anlage.

Schloss Trautmannsdorff Schlösser und Burgen in Südtirol sind beliebte Ausflugsziele Foto: Markus Lenk

Kurzfakten zu Schloss Trauttmansdorff

  • Der mittelalterliche Kern geht auf die Burg Neuberg um 1300 zurück.
  • Nikolaus von Trauttmansdorff baute die Anlage um 1500 zum Schloss aus.
  • Joseph von Trauttmansdorff erweiterte das Gebäude ab 1846.
  • Kaiserin Elisabeth hielt sich im 19. Jahrhundert zweimal im Schloss auf.
  • Die Gärten öffneten 2001, das Touriseum 2003.

Von der Burg Neuberg zum Schloss

Um 1300 entstand an dieser Stelle eine kleinere Burg, die Burg Neuberg. Teile ihrer mittelalterlichen Mauern sind im südwestlichen Bereich des heutigen Schlosses erhalten. Um 1500 erwarb Nikolaus von Trauttmansdorff die Anlage und ließ sie zu einem Schloss ausbauen. Aus dieser Phase stammen unter anderem Fresken und Holzdecken im zweiten Obergeschoss. Der bauliche Kern macht damit mehrere Nutzungs- und Umbauphasen ablesbar.

1846 kaufte Joseph von Trauttmansdorff aus der Steiermark die inzwischen stark verfallene Burg. Er ließ sie erweitern und mit neugotischen Elementen versehen. Diese Arbeiten gaben dem Gebäude weitgehend seine heutige Größe und prägten sein Erscheinungsbild.

1892 erwarb Friedrich von Deuster aus Kitzingen das Schloss. Er legte Obstwiesen und Gärten an und ergänzte den Ostflügel um den Neorokokosaal. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Besitz enteignet und der ONC, einem Hilfsfonds für italienische Soldaten, überlassen. Als die ONC 1977 aufgelöst wurde, gingen Schloss und Deuster-Grundstücke an die Südtiroler Landesverwaltung über.

Kaiserin Elisabeth und die Räume des Schlosses

Bei ihrem ersten Aufenthalt kam Kaiserin Elisabeth von Österreich mit ihren Töchtern Gisela und Marie Valerie sowie einem großen Hofstaat nach Meran. Im September 1889 kehrte sie nach dem Tod ihres Sohnes Rudolf nochmals zurück.

Die historischen Räume sind früheren Bewohnern und Gästen gewidmet. Zu den Bereichen zählen Kapelle, Deustersaal, Grafenzimmer, Freskenzimmer und Kaiserzimmer. Der Rundgang führt durch Abschnitte, die vom mittelalterlichen Kern und der Krypta bis zum Neorokokosaal reichen.

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Touriseum und Botanische Gärten

Das Touriseum wurde 2003 im restaurierten Schloss eröffnet und widmet sich der Geschichte des Tourismus im Alpenraum. Die Ausstellung nutzt die historischen Räume und erzählt, wie sich Reisen und Urlaub im Lauf der Zeit verändert haben. Das Touriseum ist ein Landesmuseum; die Gärten erschließen das Gelände um das Schloss.

Die Botanischen Gärten wurden im Sommer 2001 für die Öffentlichkeit geöffnet. Sie umgeben das Schloss mit Pflanzensammlungen aus unterschiedlichen Teilen der Welt.

Schlossgeschichte im Meraner Raum

Für einen weiteren Vergleich bietet die Übersicht Burgen und Schlösser in Südtirol unterschiedliche Anlagentypen. Schloss Schenna veranschaulicht einen bis heute bewohnten Familiensitz; die Burg Hocheppan steht für eine mittelalterliche Höhenburg.