Sternwarte Max Valier in Steinegg
In Gummer bei Steinegg eröffnet die Sternwarte Max Valier den Blick auf den Nachthimmel; das Sonnenobservatorium Peter Anich widmet sich der Beobachtung unserer Sonne. Ein Planetenweg im Maßstab des Sonnensystems und eine Sonnenuhr ergänzen die astronomischen Anlagen in der Gemeinde Karneid.
Abends zur Sternwarte in Gummer bei Steinegg spazieren und einen Blick in den Himmel werfen
Foto: Dagobert Wiedamann
Kurzfakten zur Sternwarte Steinegg
- Die Sternwarte Max Valier wurde 2002 offiziell eröffnet.
- Ihr Cassegrain-Spiegelteleskop besitzt einen Hauptspiegel von 80 Zentimetern Durchmesser.
- Das Sonnenobservatorium Peter Anich nahm 2006 den Betrieb auf.
- Auf dem Planetenweg entsprechen Größen und Abstände dem Maßstab 1:1 Milliarde; der Rundgang dauert etwa zwei bis drei Stunden.
Ein großes Spiegelteleskop für den Nachthimmel
Die Sternwarte trägt den Namen des Südtiroler Raumfahrtpioniers Max Valier. Das Projekt wurde zum Jahrtausendwechsel geplant und im Juni 2000 begonnen; im Juni 2002 öffnete die Anlage offiziell. Der Verein der Amateurastronomen Max Valier betreibt sie im Auftrag der Gemeinde Karneid und bietet Führungen für Astronomieinteressierte an.
Im Zentrum steht ein Cassegrain-Spiegelteleskop mit 80 Zentimetern Spiegeldurchmesser und acht Metern effektiver Brennweite. Die Montierung führt das Instrument der Erdrotation nach, sodass Himmelsobjekte im Blickfeld bleiben. Für visuelle Beobachtungen wird ein Okular eingesetzt; mit einer Kamera kann das Teleskop auch fotografisch genutzt werden. Ergänzende Linsenteleskope erweitern die optische Ausstattung. Bei einer Führung beginnt der Besuch mit einer Einführung in die Astronomie, bevor die Beobachtung am Teleskop folgt. Tages- und Abendtermine setzen unterschiedliche Schwerpunkte, abhängig davon, welche Himmelsobjekte sichtbar sind.
Sonnenbeobachtung im Observatorium Peter Anich
Vier Jahre nach der Eröffnung der Sternwarte kam 2006 das Sonnenobservatorium Peter Anich hinzu. Ein eigenes Sonnenteleskop mit verschiedenen Filtersystemen ermöglicht Beobachtungen in ausgewählten Lichtbereichen. Der H-alpha-Filter macht Strukturen und Eruptionen auf der Sonnenoberfläche sichtbar; ein zusätzlicher Filter hebt Sonnenflecken hervor. Damit richtet sich das Observatorium auf einen anderen Teil der Astronomie als das nächtliche Hauptinstrument: Veränderungen der Sonne werden am Tag betrachtet und verständlich eingeordnet.
Planetenweg und Sonnenuhr als Modelle
Der Planetenweg beginnt an der großen Kuppel der Sternwarte und führt durch Wiesen, Wälder und Biotope. Für Planetengrößen und Abstände gilt durchgehend der Maßstab 1:1 Milliarde. Die Stationen informieren über Eigenschaften der einzelnen Planeten und machen die großen Entfernungen des Sonnensystems als Wegstrecke erfahrbar. Für die Wanderung sind ungefähr zwei bis drei Stunden vorgesehen; die Sternwarte beschreibt den Weg als geeignet für Familien mit Kindern.
Zwischen den beiden Kuppeln steht eine massive Sonnenuhr aus Marmor. Die etwa 2.000 Kilogramm schwere Kugel stellt die Erde dar; ihre Ausrichtung nimmt Bezug auf die Erdachse und den Polarstern. Markierungen zeigen unter anderem Äquator und Wendekreise. Am Äquator stehen die Zeichen in Abständen von 15 Längengraden – jeweils einer Stunde Zeitunterschied. Der Schatten der Markierungen veranschaulicht die wahre Sonnenzeit und den Wechsel zwischen Tag- und Nachtseite.
Gummer und Karneid als Ausflugsziele
Die astronomischen Anlagen liegen im Gemeindegebiet von Karneid. Gummer liegt bei Steinegg. In der weiteren Gemeinde ist auch die Ortschaft Karneid ein Ausgangspunkt für regionale Ausflüge. Wer sich für Baugeschichte interessiert, kann die Burg Karneid als eigenes Kulturziel ergänzen; sie steht auf einem Felsrücken am Eingang des Eggentals.
Häufige Fragen zur Sternwarte Steinegg
Wie ergänzt das Planetarium die Sternwarte?
In Gummer befindet sich außerdem das Planetarium Südtirol. Anders als die Sternwarte, die den tatsächlichen Himmel durch Teleskope beobachtet, zeigt das Planetarium den Sternenhimmel und die Bewegungen der Gestirne als Projektion.
Welche Unterschiede prägen einen Besuch der beiden Einrichtungen?
Vorstellungen im Planetarium sind unabhängig von Tageszeit und Wetter möglich. Beide Einrichtungen erschließen Astronomie auf verschiedene Weise: durch Beobachtung an den Instrumenten und durch eine simulierte Reise durch den Kosmos.