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Winterurlaub in Neumarkt in Südtirol

Neumarkt verbindet einen gut erhaltenen historischen Ortskern mit Kulturzielen im Unterland. Im Winterurlaub stehen Lauben, Kirchenkunst und das romanische Klösterle im Mittelpunkt; Museum und Führungen lassen sich passend zu ihren jeweiligen Besuchszeiten einplanen.

Winterurlaub in Neumarkt in Südtirol Südtirol ist im Winter herrlich zu erleben Foto: Copyright VinschgerEngl

Kurzfakten zu Neumarkt im Winter

  • Neumarkt wurde 1189 als Marktort gegründet; die Lauben stammen in ihrer heutigen Gestalt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert.
  • Die Laubengänge im Ortskern erstrecken sich über etwa 500 Meter.
  • Die Kirche Unsere Liebe Frau in der Vill wurde ab 1412 errichtet; ihr Gewölbe entstand im frühen 16. Jahrhundert.
  • Das Museum für Alltagskultur ist regulär von Ostern bis Allerheiligen geöffnet; Gruppenführungen sind auf Anfrage möglich.

Lauben und Handelsgeschichte

Neumarkt liegt am Fuß des Castelfeders und entwickelte sich im Mittelalter zu einem Handelszentrum. Bischof Konrad von Trient gründete den Ort im Herbst 1189. Der Markt brachte Wohlstand; die Lauben und viele der heute prägenden Ortsbilder stammen aus dem 16. Jahrhundert. Auf einer Länge von rund 500 Metern wechseln sich Laubengänge, herrschaftliche Ansitze und Innenhöfe ab. Die Durchgänge und Gewölbe machen die frühere Verbindung von Handel, Wohnen und Handwerk im Ortskern anschaulich.

Ein Spaziergang führt durch einen behutsam restaurierten Ortskern. Saalhäuser mit Durchfahrten und Gebäude mit venezianisch geprägten Formen ergänzen die Lauben. Gerade in der kühleren Jahreszeit lässt sich der Ort auf kurzen Wegen erkunden und mit einem Museums- oder Kirchenbesuch verbinden. Neumarkt gehört zu den Kulturzielen für den Winterurlaub in Überetsch-Unterland.

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Kirche Unsere Liebe Frau in der Vill

Die Kirche steht außerhalb des dichtesten Laubenkerns in der Vill. Kirchliche Spuren reichen bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück; der heutige Bau begann 1412 mit dem Chorraum durch Konrad von Neumarkt. Das Gewölbe wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts geschaffen. Der Turm über dem Eingang bildet eine Vorhalle. An seiner Westseite zeigt ein Fresko Maria mit Kind an einer Spendennische sowie den heiligen Christophorus mit dem Christuskind unter einem Holzdach.

Im Inneren sind acht Fenster erhalten, vier davon im Chor. Gotischer Tabernakel und Kanzelfuß gehören zur Ausstattung. Die Fresken an der Südwand werden Konrad Waider zugeschrieben. An der Nordseite erinnern Grabwappen der Familien Payr von Caldiff und Khuen an die lokale Geschichte. Nach einem Hochwasser des Trudner Bachs 1767 wurde die Kirche entweiht und zeitweise als Lagerraum genutzt; in der Mitte des 20. Jahrhunderts folgten Restaurierung und Wiederweihe. Diese Bau- und Nutzungsgeschichte macht die Kirche zu einem eigenständigen kunsthistorischen Ziel.

Museum und romanisches Klösterle

Das Museum für Alltagskultur befindet sich in einem historischen Laubenhaus im Unterdorf. Stube, Rauchküche, Schlafkammern und Arbeitsräume zeigen, wie Menschen früher wohnten und arbeiteten. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen die Dauereinblicke. Die reguläre Saison reicht von Ostern bis Allerheiligen. Für Gruppen sind Führungen auf Anfrage auch außerhalb dieser Zeiten möglich; der Winterbesuch lässt sich deshalb als vereinbarter Gruppentermin gestalten.

Außerhalb des Ortskerns liegt das Klösterle St. Florian bei Laag. Das romanische Pilgerhospiz aus dem 13. Jahrhundert ist weitgehend erhalten und gehört zu den seltenen Bauwerken seiner Art. Es ist bei Veranstaltungen oder im Rahmen einer geführten Besichtigung der Tourismusorganisation zugänglich. Der Dürerweg führt am Bauwerk vorbei; für einen Besuch im Inneren sind die Veranstaltung oder Führung der passende Rahmen.

Kulturorte im Tal ergänzen die Berg- und Schneelandschaften beim Winterurlaub in Südtirol. Auch der Weinbau und die Weinreisen in Südtirol gehören zum kulturellen Umfeld des Unterlands. Neumarkt selbst bietet mit Lauben, Kirche und Museum einen konzentrierten Zugang zu Handels-, Alltags- und Sakralgeschichte.

Saskia Epler