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Landesfürstliche Burg Meran: Geschichte und Besuch

Hinter dem Meraner Rathaus liegt die Landesfürstliche Burg, eine Stadtwohnung der Tiroler Landesfürsten aus dem späten 15. Jahrhundert. Ihre Räume vermitteln spätmittelalterliche Wohnkultur; zugleich erzählt die Anlage von tiefgreifenden Veränderungen und einer Rettung vor dem geplanten Abriss. Innenhof und Hochzeitssaal im Erdgeschoss sind zugänglich, während das mittelalterliche Gesamtgebäude nicht barrierefrei ist.

Landesfürstliche Burg Meran Auch Trauungen werden auf der landesfürstlichen Burg Meran vorgenommen Foto: Alesia Belaya

Kurzfakten zur Landesfürstlichen Burg Meran

  • Lage im Meraner Zentrum hinter dem Rathaus, Zugang über Galileistraße oder Lauben
  • Vermutlich als Stadtwohnung Erzherzog Sigmunds in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet
  • Seit 1880 öffentlich zugänglich
  • Restaurierung 1878 bis 1880 nach Plänen Friedrich von Schmidts
  • Innenhof und Hochzeitssaal im Erdgeschoss zugänglich; das Gesamtgebäude ist nicht barrierefrei

Eine Stadtresidenz der Tiroler Landesfürsten

Erzherzog Sigmund ließ die Burg in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vermutlich als Stadtwohnung errichten. Im 16. Jahrhundert wurde sie als fürstliche Residenz genutzt. Auch Kaiser Maximilian I. hielt sich 1516 dort auf. Damit gehört die Burg zu den baulichen Zeugnissen der landesfürstlichen Präsenz in der Stadt.

Im 17. Jahrhundert wurde nur noch die Kapelle für Messfeiern genutzt. Nach den Napoleonischen Kriegen kam Tirol unter bayerische Verwaltung. Die Burg wurde der Familie Thurn und Taxis als Entschädigung für das eingezogene Postregal überlassen.

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Vom geplanten Abriss zum öffentlichen Denkmal

Die Gemeinde Meran erwarb die Burg 1875. Zunächst stand ein Schulneubau an ihrer Stelle im Raum. Proteste von Gästen und Bürgern verhinderten den Abriss. Zwischen 1878 und 1880 wurde die Anlage nach Plänen des Architekten Friedrich von Schmidt restauriert. Die Gestaltung schuf ein historisierendes spätmittelalterliches Ambiente. Möbel, Bilder und Waffen wurden teilweise anhand älterer Inventarlisten angekauft.

Die heutige Einrichtung verbindet ältere Bauteile und Ausstattungsstücke mit der historisierenden Wiederherstellung des 19. Jahrhunderts. Seit 1880 ist die Burg öffentlich zugänglich und bewahrt so einen historischen Innenraum inmitten der Stadt.

Räume, Ausstattung und Besuchszugang

Die Innenräume geben Einblick in die Wohn- und Repräsentationskultur einer Residenz. Die Burg ist außerdem ein Ort für standesamtliche Trauungen: Der Hochzeitssaal liegt im Erdgeschoss. Der Innenhof und dieser Saal sind zugänglich; das mittelalterliche Gesamtgebäude ist nicht barrierefrei.

Die Adresse lautet Galileo-Galilei-Straße 24. Der Zugang liegt im Zentrum Merans hinter dem Rathaus und ist über die Galileistraße oder die Lauben erreichbar. Die Landesfürstliche Burg gehört zu den Museen in Südtirol und den historischen Burgen und Schlössern des Landes. In Meran liegt außerdem das Schloss Trauttmansdorff.

Saskia Epler